Hotel-Landgasthof zum Adler

Schwarze Kunst in Staufen
Die Umtriebe des Doktor Faust





 

Adler

 


Inhalt



Magischer Kreis, Quelle: Faust's Tod in Staufen 



Schwarze Kunst in Staufen

Doktor Faust
Goethe und Faust als Alchemisten
Das alchemistische Experiment in Goethes Faust
Zeittafeln zu Faust und Alchemie
Quellen und Hinweise zu Johann Georg Faust
Alchemie als Vollkommenheitsutopie
Literatur
Links zu weiteren Themen


Regio-Tour


Doktor Faust



Wie bekannt ist, wurde Faust vom Teufel das Genick gebrochen, nachdem der Pakt  nach 24 Jahren abgelaufen war




Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum -
Und sehe, dass wir nicht wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel
Fürchte mich weder vor Hölle und Teufel.


J.W.Goethe, Faust, Der Tragödie erster Teil




Im Gasthaus zum Löwen in Staufen Breisgau, soll Faust sein unseliges Ende gefunden haben.



Gasthaus zum Löwen in Stuafen/Breisgau. Im Zimmer 5 soll der Teufel im Jahre 1539 den Faust geholt haben.



Wie bekannt ist, wurde Faust vom Teufel das Genick gebrochen, nachdem der Pakt  nach 24 Jahren abgelaufen war



Die Legende von Faust's Ende

Anno 1539 ist im Leuen zu Staufen Doctor Faustus
so ein wunderbarlicher Nigromanta gewesen
elendiglich gestorben und es geht die Sage
der obersten Teufel einer der Mephistopheles,
den er in seinen Lebzeiten lang nur seinen
Schwager genannt, habe ihm, nachdem der
Pakt von 24 Jahren abgelaufen das
Genick abgebrochen und seine arme
Seele der ewigen Verdammnis überantwortet


Inschrift von Fritz Geiges am Gasthaus zum Löwen
Restauriert im Jahre 2001



Inhalt


"Zeitgenössisches"



Das älteste Faust-
Buch wurde 1587 von Johann Spies in Frankfurt am Main herausgebracht




Erste  Veröffentlichung über den Alchemisten Dr.Faust, aus Faust's Tod in Staufen


Inhalt


Goethe und
Faust als Alchemisten



Alchemie in Goethes Dichtung



Faust im Alter,
zeitgenössische Darstellung




Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann,
Der über die Natur und ihre heil'gen Kreise,
In Redlichkeit, jedoch auf seine Weise,
Mit grillenhafter Mühe sann;
Der in Gesellschaft von Adepten,
Sich in die schwarze Küche schloß
Und, nach unendlichen Rezepten,
Das Widrige zusammengoß.

Da ward ein roter Leu, ein kühner Freier,
Im lauen Bad der Lilie vermählt,
Und beide dann auf offnem Flammenfeuer
Aus einem Brautgemach ins andere gequält.

Erschien darauf mit bunten Farben
Die junge Königin im Glas,
Hier war die Arznei, die Patienten starben,
Und niemand fragte: Wer genas?

So haben wir mit höllischen Latwergen
In diesen Tälern, diesen Bergen
Weit schlimmer als die Pest getobt.
Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben:
Sie welkten hin, ich muß erleben,
Das man die frechen Mörder lobt.


J.W.Goethe, Faust
Der Tragödie erster Teil,
Osterspaziergang, Faust zu Famulus Wagner





Goethe der Alchemist

Destillationsprozess - Aus einer Schrift des 14.Jahrhunderts
Destillationsprozess - Auschnitt aus einer Schrift des 14.Jahrhunderts

 



Was die Welt im Innersten zusammenhält

Goethe fasste sich zu seinen Lebzeiten als einen Universalgelehrten auf, der sich als studierter Jurist mit Alchemie, Chemie, Antomie, Zoologie, Botanik und Mineralogie befasste. Die von ihm verfasste Farbenlehre war in seinen Augen seine wichtigste wissenschaftliche Leistung. Allerdings erlangte er trotz 40 jähriger Forschung nicht damit seinen Ruhm, sondern mit seinem dichterischen Werk.

Mit alchemistischen und an der wissenschaftlichen Chemie orientierten Experimenten versuchte der stark belesene Goethe wie seine Vorbilder im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance zu verstehen, "Was die Welt im Innersten zusammenhält".

Angeblich soll er in jungen Jahren nach einer schweren fiebrigen Erkrankung, die sich mit Chinin nicht heilen liess, und der darauf folgenden Heilung durch eine salzige Wundermedizin, die ihm sein Hausarzt verabreichte, auf das Studium der alchemistischen Literatur gestürzt und diese verinnerlicht haben.

Die Interessen am Mystischen und seine chemischen-alchemistischen Kenntnisse spiegeln sich an vielen Stellen seines dichterischen Werkes wider, wie etwa im "Zauberlehrling" oder seinem Hauptwerk "Faust".

Der in Friedrike Brion Verliebte hielt sich häufiger in Sesenheim im Elsass auf und muss dort auch vom Tode Fausts in Staufen und der Faustsage gehört haben und ihn als alchemistisch Interessierten zu seiner Dichtung "Faust" inspiriert haben.




Faust der Alchemist

Hexen beim Hagelsieden - Eine zeitgenössische Vorstellung aus dem Mittelalters

Schwarze Kunst im
Zeichen knapper Kassen
im Grenzbereich
der Hexerei



Schwarze Kunst  für Landesherren

Nach dieser Sage soll der reisende Schwarzkünstler Johann Faust vom damaligen Herren Anton von Staufen engagiert worden sein, um mit der Herstellung von Gold den defizitären Haushalt wieder auszugleichen.

Um unedlen Münzen in edle Goldmünzen umzuwandeln, wurden Küpfermünzen mit Zink, Natronlauge und Feuer zu behandelt. Allerdings wurde die Münze nicht in Gold umgewandelt, sondern erhielt nur eine glänzende Oberfläche aus Messing.
Dennoch soll mancher geldbedürftige Schlossherr auf diese und ähnliche Tricks hereingefallen sein und hat reisende Alchemisten in Brot und Lohn versetzt.

Allerdings musste mancher Alchemist schon nach kurzer Zeit wieder die Flucht antreten, anderen wurde eingekerkert oder ihr Leben auf unnatürliche Weise verkürzt.

Der Sage nach soll Faust mit dem Teufel einen Pakt eingegangen sein. Nach Ablauf dieser Zeit soll dieser ihm allerdings das Genick umgedreht und damit zu Tode gebracht haben.

Im Aberglauben wurde Unbekanntes mystifiziert und mit dem Teufel und Hexerei in Verbindung gebracht. Zu Faust's Lebzeiten, der Zeit der Renaissance, gab es allerdings noch immer die Hexenverbrennungen, der berühmt berüchtigte Hexenhammer, das Buch zur peinlichen Befragung von Zauberern und Hexen, erschien als Johann Faust noch ein Kind war und wurde fast 200 Jahre lang mit insgesamt 29 Auflagen gedruckt.

Da die Alchemisten aber häufig für den verschuldeten Gebietsherrscher im Verborgenen arbeiteten, standen sie unter dem besonderen Schutz des Patrons, und wurden nicht wegen Zauberei oder Hexerei belangt.

Entgegen landläufiger Meinung waren zu dieser Zeit Hexenprozesse eine Angelegenheit der weltlichen Gerichte und nicht der Kirche.




Geheimwissenschaft

Faust bei der Beschwörung des Teufels im Zauberkreis



Alchemie war Geheimwissenschaft, verquickt mit Aberglauben, Magie und Astrologie.

Die neuen Möglichkeiten, die der Buchdruck mit sich brachte, trugen auch dazu bei, dass sich diese "Schwarze Kunst" ausbreiten konnte.

Der oben zeitgenössisichen abgebildeten Darstellung des Zauberkreises, in dessen Zentrum sich Faust bei der Beschwörung des Teufels befinden soll, bestand aus den Planetenzeichen, Sonne, Mond, Jupiter, Merkur, Mars, Venus, Saturn und den zwölf Sternzeichen.

Die Zeichen für die vier klassischen aristotelischen Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft sind in dieser Abbildung nicht zu finden. Interessanterweise befindet sich das Kruzifix rechts am Rande oberhalb des Teufels wie eine Verbindung der darüber befindlichen Zauberbücher zur Zeremonie.




Ende eines Alchemisten

egkreuz bei Staufen, an dem Mestipholes an einem Bauern vorbergerauscht sein soll, nachdem er dem Fauste das Genicke umgedreht haben soll




Was nicht erklärt werden kann, wird zur Sage.

Weil im Volksglauben der Schwefelgestank immer mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht wurde, ist bei Fausts Tod in Staufen mit Sicherheit davon auszugehen, dass der reisende Alchemist Faust bei einem alchemistischen Experiment durch eine Explosion ums Leben gekommen ist, weniger durch die direkte Hand des Teufels.

Faust soll dieser Sage nach in Staufen im Breisgau ums Leben gekommen sein,
Der Staufener Photograph und Autor Leif Geiges versucht in seinem Buch
"Faust's Tod in Staufen" dafür einen Beweis zu liefern.

Die Bewertung seiner Beweiskette lässt allerdings nur den Schluss zu, dass es im Rahmen des Wahrscheinlichen ist, dass ein Schwarzkünstler, wahrscheinlich der in Knittlingen geborende fahrende Scholast Johann Faust, in Diensten des verschuldeten Herren von Staufen stand.

Mit allergrösster Wahrscheinlichkeit hat ihn dann sein Schicksal zwischen 1537 und 1540 in Staufen beim Ausüben der "Scharzen Kunst" ereilt. Endgültig beweisen lässt es sich aber nicht, aber auch nicht widerlegen



Inhalt


Metallzeichen



Zuordnung von Metallen zu den Planeten und ihren Zeichen



Sonne

Gold

Mond

Silber

Jupiter

Zinn

Merkur

Quecksilber

Mars

Eisen

Venus

Kupfer

Saturn

Blei



Inhalt


Das alchemistische Experiment in Goethes Faust



Das alchemistische Experiment aus
Goethes Faust

Zeichnung einer Destillation - Quelle Internet



Vom "Roten Leu" zur "Jungen Königin"

Faust beschreibt in seinem Gespräch mit seinem "Zauberlehrling" Wagner ein typisch alchemistisches Experiment seines Vaters, um aus dem gelben Schwefel und und dem silbrig glänzenden Quecksilber Gold zu machen. Andere Auffasungen interpretieren diesen Abschnitt missverständlicherweise so, dass der Vater von Faust Arzt gewesen sei.
Es ist dann aber davon auszugehen, dass der alchemistischen Hintergrund nicht bekannt ist.
Vielfach wurde im Mittelalter "Heilkunst" als Mischung aus Magie, Astrologie, Quacksalberei und anderem Hokuspokus auch von fahrenden Scholasten auf dem Jahrmarkt ausgeübt.


Quacksalber unterwegs - Der Wunderdoktor auf dem Markt - Nicht nur im Mittelalter

Grundlage dieser Verse war die auch Goethe bekannte Quecksilber-Schwefel-Theorie, dabei repräsentiert das Quecksilber die Prinzipien "Feucht" und "Kalt", der Schwefel die gegensätzlichen Prinzipien "Trocken" und "Warm".

Das Endziel aller Transmutationen aus dem Gegensätzlichen sollte das "Vollkommene" sein, das Gold als edelstes Metall, der "Stein der Weisen" und das "Elixier der ewigen Jugend" und die Schaffung des künstlichen vollkommenen Lebens, eben des "Homunculus". Auch heute sind das wieder aktuelle Probleme nur in einer ganz anderen, viel grösseren Dimension.





Das reale Experiment



Vom Quecksilber und Schwefel zum Zinnober

Der "Rote Leu" (Der Löwe Schwefel, als Vorstufe für das Gold) und der "Kühne Freier" (Der Adler Quecksilber, Adler als Vorstufe des Silbers) werden vermischt und gehen durch Wärmeanwendung eine chemische Bindung ein, Quecksilbersulfid (HgS), das durch Fortsetzung Wärmeanwendung zu Zinnober mit einer leuchtend roten Farbe sublimiert und am kälteren Retortenhals niederschlägt.
Meistens ist die Farbe des Zinnobers in diesem Experiment erst nach Verreiben des Sublimats in seiner Schönheit erkennbar.

Dieses Experiment lässt sich schon mit einem normalen Chemiekasten mit zwei Reagenzgläsern, die mit jeweils einem durchbohrten Stopfen versehen sind und einem geknickten Glasrohr als Verbindung nachvollziehen, sollte aber wegen der Giftigkeit des Quecksilbers nur unter einem Abzug gemacht werden.

Das Experiment lässt sehr gut das grillenhafte Treiben der Alchemisten des Mittelalters erkennen.



Inhalt


Zeittafeln



Personen am Übergang des Mittelalters zur Renaissance



1394

Johannes Gutenberg

geboren in Mainz

1445

Johannes Gutenberg

Buchdruck mit
beweglichen Lettern

1468

Johannes Gutenberg

gestorben in Mainz

1480

Johann Georg Faust

geboren in Knittlingen

1483

Martin Luther

geboren in Eisleben

1487

Jakob Sprenger +
Heinrich Institoris

Hexenhammer
(Malleus maleficarum)

1510

Heinrich Cornelius Agrippa

Alchemistische Schrift
"De Occulta Philosophia"

1517

Martin Luther

Anschlag der 95 Thesen

1539

Johann Georg Faust

gestorben in Staufen

1548

Martin Luther

gestorben in Eisleben

1552

Nostradamus

Prophezeiungen

1557

Jörg Wickram

Rollwagenbüchlein

1587

Johann Spies

Erstes Faust-Buch





Stationen in
Doktor Fausts
umtriebigem Leben




1507

Kreuznach

Schulmeister

1517

Kloster Maulbronn

Goldmachen

1520

Bamberg

Astrologe

1528

Kloster Rebdorf bei Eichstätt

Johanniterkomtur

1532

Fürth

Schwarzkünstler

1539

Worms

Wahrsager,Schwarzkünstler

1540

Staufen in Breisgau

Schwarzkünstler





Alchemie am Übergang zur wissenschaftlichen Chemie



1669

Henning Brand

Entdeckung des
Elementes Phosphor

1709

Johann Friedrich Böttger

Porzellan



Inhalt


Quellen und Hinweise zu Johann Georg Faust



1507



Trithemius erwähnt in einem Brief an Johann Virdung den Dr. Faust

"Jener Mensch, über welchen du mir schreibst, Georg Sabellicus, welcher sich den Fürsten der Nekromanten zu nennen wagte, ist ein Landstreicher, leerer Schwätzer und betrügerischer Strolch, würdig ausgepeitscht zu werden, damit er nicht ferner mehr öffentlich verabscheuungswürdige und der heiligen Kirche feindliche Dinge zu lehren wage.

Denn was sind die Titel, welche er sich anmaßt, Anzeichen des dümmsten und unsinnigsten Geistes, welcher zeigt, daß er ein Narr und kein Philosoph ist! So machte er sich folgenden ihm konvenierenden Titel zurecht. Magister Georg Sabellicus Faust der Jüngere, Quellbrunn der Nekromanten. Astrolog, Zweiter der Magier, Chiromant, Aeromant, zweiter in der Hydromantie.
Siehe die törichte Verwegenheit des Menschen: Welcher Wahnsinn gehört dazu, sich die Quelle der Nekromantie zu nennen? Wer in Wahrheit in allen guten Wissenschaften unwissend ist, hätte sich lieber einen Narren denn Magister nennen sollen. Aber mir ist seine Nichtswürdigkeit nicht unbekannt.
Als ich im vorigen Jahre aus der Mark Brandenburg zurückkehrte, traf ich diesen Menschen in der Nähe der Stadt Gelnhausen an, woselbst man mir in der Herberge viele von ihm mit großer Frechheit ausgeführte Nichtsnutzigkeiten erzählte. Als er von meiner Anwesenheit hörte, floh er alsbald aus der Herberge und konnte von niemanden überredet werden, sich mir vorzustellen....

Als ich mich später in Speyer befand, kam er nach Würzburg und soll sich in der Gegenwart vieler Leute mit gleicher Eitelkeit gerühmt haben...

In den Fasten dieses Jahres kam er nach Kreuznach, wo er sich in gleicher großsprecherischer Weise ganz gewaltiger Dinge rühmte und sagte, dass er in der Alchimie von allen, die je gewesen, der Vollkommenste sei und wisse und könne, was nur die Leute wünschten.

Während dieser Zeit war die Schulmeisterstelle in gedachter Stadt unbesetzt, welche ihm auf Verwendung von Franz von Sickingen, dem Amtmann deines Fürsten, einem nach mystischen Dingen überaus gierigen Manne, übertragen wurde. Aber bald darauf begann er mit Knaben die schändlichste Unzucht zu treiben und entfloh, als die Sache ans Licht kam, der ihm drohenden Strafe. Das ist es, was mir nach dem sichersten Zeugnis von jenem Menschen feststeht, dessen Ankunft du mit so großem Verlangen erwartest...




1517



Faust hält sich im Kloster Maulbronn auf,


engagiert von dem durch extreme Bautätigkeit verschuldeten Abt Johann Entenfuß, um Gold zu machen. Entenfuß wird seines Amtes enthoben und aus dem Konvent ausgeschlossen, später aber als einfacher Mönch wieder aufgenommen.




1520



Der Bischof von Bamberg zahlt dem Doktor Faust
20 Gulden
für ein Geburtshoroskop.

Faust hat am Hofe des Bischofs die geschätzte und hochbelohnte Funktion eines Astrologen inne, der das Horoskop zu stellen versteht und hier den Titel "Doktor" trägt. Faust zieht als fahrender Scholast, d.h. als Studierter ohne feste Anstellung, durch die Lande und verdient seinen Lebensunterhalt mit allerlei gesuchten Künsten.




1528



Der Prior des Klosters Rebdorf bei Eichstätt, Kilian Leib,
empfängt den Doktor Faust,

welcher sich als Johanniterkomtur ausgibt. Faust wird im gleichen Jahr wegen Wahrsagerei aus Ingolstadt verbannt.




1532



Faust hält sich in Fürth auf.


Seine Bitte um Geleit nach Nürnberg wird vom Rat der Reichsstadt abgelehnt, er wird als Sodomit und Nigromant bezeichnet.




1533



Luther erwähnt in zwei Tischgesprächen Faust

Faust wird in diesen Gesprächen wegen seiner Umtriebe und der Verhöhnung der Kirche als Zauberer und Verbündeter des Teufels gebrandmarkt.




1534



Horoskop für Ulrich von Hutten

Auftragshoroskop für eine Expedition nach Südamerika




1539



Philipp Begardi, Stadtphysikus von Worms, erwähnt Faust in einem Büchlein


Faust, angeblich genauso berühmt wie Theophratus(Paracelsus), soll mit seinen hochtrabenden Versprechen viele Leute betrogen haben...





1540



Johann Georg Faust stirbt in Staufen im Breisgau,

möglicherweise eines unnatürlichen Todes. Es bilden sich bald zahlreiche Legenden.

"Es ist auch umb die Zeit der Faustus zu oder doch nit weit von Staufen, dem Stetlin im Breisgau, gestorben. Der ist bei seiner Zeit ein wunderbarlicher Nigromanta gewest, als er bei unsern Zeiten hat mögen in deutschen Landen erfunden werden, der auch sovil seltzamer Hendel gehapt hin und wider, das sein in vil Jaren nit leuchtlichen wurt vergessen werden.

Ist ain alter Mann worden und, wie man sagt, ellengclichen gestorben. Vil haben allerhandt Anzeigungen und Vermuetungen noch vermaint, der bös Gaist, den er in seinen Lebzeiten nur sein Schwager genannt, hab ine umbbracht.

Die Buecher, die er verlassen, sein dem Herren von Staufen, in dessen Herrschaft er abgangen, zu handen worden, darumb doch hernach vil Leut haben geworben und daran meins Erachtens ein sorgclichen und ungluckhaftigen Schatz und Gabe begert..."

"Derselbig ist nach vilen wunderbarlichen sachen, die er bei seinem leben gibt, darvon auch ein besonderer tractat wer zu machen, letztlich in der herrschaft Staufen im preisgaw in großem Alter vom bösen Gaist umgebracht worden..."




Faust in der Renaissance-Literatur



1587 - "Historia von Jahann Fausten", Johann Spies, erschienen in Frankfurt
1599 - "Das Ärgerliche Leben Johannis Fausti", Georg Rudolf Widmann,
1674 - Neuauflage, erweitert von Johann Nikolaus Pfitzer, Nürnberg




Hinweise



Zimmerische Chronik

Urkundlich berichtet von Graf Froben Christof von Zimmern, gestorben 1567,
und seinem Schreiber Johannes Müller, gestorben 1600.




Johannes Gast
aus Breisach,

Zeitgenosse,
berichtet von Fausts "teuflischen Künsten"



Tagebücher und Tischgespräche

Johannes Gast wurde um 1500 in Breisach geboren, besuchte hier unter Valentin Wickram, einem Verwandten des berühmten Theologen Johannes Geiler von Kaysersberg, die Schule und studierte anschließend in Frankfurt am Main, Frankfurt an der Oder, Mainz, Straßburg, Breslau, Budapest und Wien.

Ab 1522 war er in Basel Schüler des Reformators Johannes Oecolampad, dessen Vorlesungen und Predigten er durch Aufzeichnungen der Nachwelt überlieferte. Von 1529 bis zu seinem Tod war er Diakon an der St. Martinskirche Basel und berühmt für seine Busspredigten, die er auch im Basler Münster hielt.

Johannes Gast zählt zu den rührigsten theologischen Publizisten seiner Zeit, auch seine "Tagebücher" und "Tischgespräche" stellen eine wichtige Quelle zur Geschichte Basels und der Region dar.

In den "Tischgesprächen" finden sich zudem die frühesten literarischen Überlieferungen zu Dr. Johann Faust: Er speist mit ihm im "obern Kollegium" zu Basel. Faust, begleitet von seinem "Zauberhund", tischt dabei "seltene Vögel" auf, beide Schilderungen gehen später in die Faust-Literatur bis hin zu Goethes Klassiker ein.

Zu Gasts Freunden und Briefpartnern zählen unter anderem die Reformatoren und Humanisten Oswald Geisshüsler ("Myconius"), Heinrich Bullinger und Martin Bucer, dem er übrigens 1545 in Basel - wenn auch vergeblich - Asyl und Wohnung anbietet.


Auch mit Konrad Haas, dem aus Breisach wegen seiner lutherischen Predigten geflohenen Pfarrer in Mühlhausen, hat er Kontakt, wie er übrigens auch zeit seines Lebens die Verbindung zu seiner geliebten Heimatstadt Breisach, deren Bürger er auch in Basel bleibt, aufrechterhält.

Johannes Gast stirbt am 26. Juli 1552 in Basel an der Pest, mit der er sich erst 4 Tage zuvor infiziert hatte.




Glossar



Nigromant  = Schwarzkünstler
Chiromant  = Wahrsager aus der Hand
Pyromant   = Alchimist der Elemente Feuer =
Hydromant = Alchimist der Elemente Wasser
Aeromant   = Alchimist der Elemente Luft



Inhalt


Alchemie als Volkommenheits-Utopie



Die Vollkommenheit des Menschen und der Welt als mittelalterliche Utopie

 

  • Alchemie als Verbindung von Magie und Astrologie basiert auf der Wirkung der Planeten und den ihnen zugeordneten irdischen Elementen.
  • Die Erde als Mittelpunkt der Welt ist unvolkommen und wird von den Planeten beeinflusst.
  • Alles Natürliche strebt nach einer vollkommenen Form.
  • Das Endziel der Metalle in der Natur ist die Transmutation zu Gold.
  • Die unedlen Metalle sind auf dem Weg dahin stehengeblieben.
  • Durch ein universelles Mittel, wie den "Stein der Weisen", kann dieser unterbrochene Wachstumsprozess vollendet werden.
  • Alles unedle Metall wird in edles Gold verwandelt.
  • Das Elixier der Jugend macht das Leben in seiner Unendlichkeit vollkommen.
  • Durch die Schaffung des Hommunculus kann auch der Mensch vollkommen werden.

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Literatur



Leif Geiges




Faust's Tod in Staufen - Sage, Dokumente

Kehrer Verlag, Freiburg im Breisgau




Jost Weyer




Graf Wolfgang II. von Hohenlohe und die Alchemie.
Alchemistische Studien in Schloss Weikersheim 1587-1610



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Alchemie



Alchemie in Schloss Weikersheim: Graf Wolfgang II. von Hohenlohe
Armer Staat, das Geld und die Alchemisten


 

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